
Vor 80 Jahren, im Dezember 1941, ereignete sich in der kleinen schwäbischen Stadt Geislingen ein mutiger Akt des Widerstands, der sich bis heute in die Lokalgeschichte eingebrannt hat: die „Geislinger Weiberschlacht“. In einer Zeit, in der Frauen im Widerstand gegen das NS-Regime oft unsichtbar blieben, setzten rund 200 Frauen ein mutiges Zeichen der Zivilcourage. Diese Frauen, größtenteils Mütter und Ehefrauen, protestierten vehement gegen die Schließung ihrer katholischen Kinderschule zugunsten eines NSV-Kindergartens. Was als ein stiller, aber kraftvoller Widerstand gegen die NS-Behörden begann, entwickelte sich zu einem massenhaften Boykott, der bis zum Ende der NS-Herrschaft aufrechterhalten wurde.
Der Widerstand dieser Frauen fand nicht nur auf den Straßen statt, sondern auch in ihrem täglichen Leben. Sie riskierten viel – nicht nur, weil sie sich gegen das System auflehnten, sondern auch, weil ihre Taten unvorstellbaren Repressionen ausgesetzt waren. Einige wurden festgenommen, andere mussten sich der Gestapo stellen. Doch der Mut dieser Frauen ließ sich nicht brechen. In einer Zeit, in der viele Menschen schweigend und gefügig blieben, zeigten diese Frauen eine Stärke, die nicht nur in Geislingen, sondern weit darüber hinaus bewundert wurde.
Besonders bewegend ist der Brief einer der Frauen, Frida Straub, die sich nach den Ereignissen an den württembergischen Innenminister wandte, um das Unrecht an den Geislinger Frauen anzuprangern. Ihre Worte und ihr Mut spiegeln die Entschlossenheit dieser Frauen wider, für das zu kämpfen, was sie für richtig hielten – auch wenn dies bedeutete, gegen die Macht des Nationalsozialismus anzutreten.
Es ist faszinierend, wie ein so mutiger Widerstand, der oft im Schatten der großen historischen Ereignisse blieb, heute eine immer größere Bedeutung gewinnt. Diese „Stillen Heldinnen“ haben durch ihren Einsatz eine bemerkenswerte Geschichte hinterlassen, die uns heute noch tief beeindruckt.
Die heutige Erinnerung an ihre Taten erinnert uns nicht nur an das Leid der damaligen Zeit, sondern auch an den unerschütterlichen Mut und die unerschütterliche Überzeugung derjenigen, die sich gegen das Unrecht stellten. Die Geislinger Frauen gaben uns ein Beispiel dafür, wie Widerstand aussehen kann – ohne Waffen, sondern mit unerschütterlichem Glauben an das, was richtig ist.